Geschenke – einfach so?

Nein, so einfach geht das laut der Einstellung etlicher Menschen nicht. Warum las denn früher der Weihnachtsmann oder „Santa Claus“ eine Liste der Fehltaten und Wohlverhalten vor, um zu begründen, warum ein Kind Geschenke verdient hat – oder nicht? Da ist auch der „Link“ nicht weit zur Werbung: „Sie haben es sich verdient!“ lautet ein bekannter Slogan. Mit anderen Worten: man muss für eine Wohltat – und Geschenke sollen eine Wohltat sein – etwas geleistet haben, dann haben wir es verdient. In diesem Falle ist das Wort „Geschenk“ allerdings fehl am Platze, „Belohnung“ wäre dann das richtige Wort. „Geschenk“ meint hingegen: „Es ist schön, zu erleben, dass sich ein Mensch einfach über eine „Gabe“ freut.“ Die Forschung hat gezeigt, dass allein das Erlebnis, einem anderen Menschen ein Freude zu machen, auch den Schenkenden beglückt: dazu muss der Beschenkte nicht zusätzlich vorturnen, vorsingen oder fleißig sein: das positive Berührt-Sein ist schon „Gegenleistung“ genug. Hier macht es natürlich Sinn, dass sich der Schenkende einen „Gefühls-Wert“ für das Geschenk überlegt. Die Botschaft lautet dann: „Du bist es wert durch die Tatsache dass es Dich gibt, einfach so, ohne etwas tun oder leisten zu müssen.“ Wenn dieses Botschaft ankommt, ist es auch für jeden Beschenkten verkraftbar, wenn das Geschenk nicht so ganz den eigenen Konsumwünschen entgegen kommt. Der Geschenke-Zauber entsteht durch den Ausspruch: „Ich dachte an Dich – und dabei fiel mir ein das könnte passen…“. Es ist nicht das Geschenk selbst, sondern die Beziehungsgeschichte zweier oder mehrerer Menschen die mit einem Geschenke als Symbol für warme Gefühle miteinander in Verbindung kommen und bleiben. Der anteilnehmende, liebevolle, aufmerksame Mitmensch ist das schönste Geschenk beim Schenken – einfach so!